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„Ich bin von den Vorhaben der Ampelkoalition zunächst positiv überrascht. Erstmalig möchte eine Bundesregierung erheblich mehr in die Schiene investieren als in die Straße.
Das ist ein wichtiges Signal für die Schienenbranche und ein wichtiger Schritt in Richtung klimafreundliche Mobilität“, so der GDL-Bundesvorsitzende Claus Weselsky zu den verkehrspolitischen Plänen der neuen Bundesregierung.
Auch die Erweiterung der Lkw-Maut, die künftig nicht mehr ausschließlich Straßenbauprojekte finanzieren, sondern für den gesamten Mobilitätssektor eingesetzt werden soll, begrüßt die GDL. Claus Weselsky: „Ich hoffe inständig, dass die Mehreinnahmen der Lkw-Maut vorrangig in unsere jahrzehntelang vernachlässigte Schieneninfrastruktur fließen, denn nur mit einem leistungsfähigen Netz hat die Eisenbahn die Zukunft, die sie als klimafreundlichstes Verkehrsmittel auch verdient.“ Ein Zeichen dafür, dass die künftige Regierung die bedeutende Rolle der Infrastruktur endlich erkannt hat, sind ihre Pläne für den DB-Konzern: Die Sparten DB Netz und DB Station und Service sollen innerhalb des Konzerns zu einer neuen, gemeinwohlorientierten Infrastruktursparte zusammengelegt und von der Gewinnorientierung sowie Quersubventionierung befreit werden. Heißt, Gewinne der Sparte sollen einzig und allein in Infrastrukturprojekte fließen.
„Ich bin vorsichtig positiv gestimmt, dass die kommenden vier Jahre eine Periode des Umbruchs sein werden und dass es ein „Weiter so“ in der Eisenbahnbranche nicht mehr geben wird. Aber natürlich muss die Ampelkoalition auf ihre Worte auch schnellstmöglich Taten folgen lassen. Leere Worthülsen reichen nicht. Ich werde mit Spannung verfolgen, welche Weichen sie in den kommenden Monaten stellen wird. Eines darf sie dabei aber auf keinen Fall vergessen: Sie muss die Eisenbahnerinnen und Eisenbahner auf ihrem Weg mitnehmen, denn ohne deren Engagement wird eine Verkehrswende nicht gelingen“, so Weselsky abschließend.