Bildquelle: Pierre Grams

…herrschte, vorsichtig ausgedrückt, während der ersten Verhandlungsrunde am 26. November 2021 in Köln mit der National Express Rail GmbH (NX), dem zuständigen Arbeitgeberverband Nahverkehr e.V. (AVN) und der GDL. Hintergrund hierfür waren Aussagen von Arbeitgebervertretern gegenüber den Mitarbeitern zur Einhaltung der tarifvertraglichen Regeln bei der Arbeitszeitverteilung. Die GDL wird sich insofern schützend vor ihre Amtsinhaber und Betriebsräte stellen.
Schlimmer noch: Als die Forderungen nach einem Jahresschichtplan bekannt wurden, war der Untergang des Abend- landes – zumindest bei NX – sozusagen besiegelt. Ein Gebaren, welches man sonst nur aus der bel étage des „roten Riesen“ kennt. Nachdem der Arbeitgeber bemüht war, die Situation im Nachgang zu entschärfen und einzuordnen, wurden die weiteren Forderungen besprochen und Verständnisfragen der Arbeitgeberseite beantwortet. Dabei stellte die GDL klar, dass ein Abschluss ohne eine Jahresschichtplanung keine Option sei. Ebenso wurde unterstrichen, dass das Thema der Pausen im Zug eine zentrale Rolle in der Tarifrunde 2021 einnehmen wird.
Die weiteren Forderungen sind beispielsweise eine marktgerechte Corona-Beihilfe sowie Erhöhung der Entgelte und Zulagen, die Ausdehnung des Anspruchszeitraums für die Nachtarbeitszulage und des Zusatzurlaubs auf 20 bis 6 Uhr sowie die Einführung der Zulage „Dunkle Nacht“ bei Schichten, die zwischen 0:00 und 4:00 Uhr beginnen oder enden. Auch die Einführung eines kalendermonatlichen Abrechnungszeitraumes für Überstunden oder die zukünftige Quo- tierung der Fremdvergabe im Bereich der Zugbegleiter sind Themen, die in dieser Tarifrunde im Fokus stehen.
Die Arbeitgeberseite hat nun Zeit bis zum zweiten Verhandlungstermin am 16. Dezember 2021, ihren Worten Taten folgen zu lassen und an diesem Tag ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen, welches einen Lösungswillen erkennen lässt.